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Brauche ich eine Bootsfahrschule? Was brauche ich wirklich? - Sportbootführerschein Binnen

Die Zusammenfassung für Lese-Faule:

Es gibt keine Pflicht, eine Boots-Fahrschule zu besuchen. Du hast die Pflicht, die Prüfungen zu bestehen. Was du dafür tust oder lässt, ist allein deine Entscheidung.

Ja, für Praxis-Erfahrung. Die meisten Bootsfahrschulen haben hervorragende Praktiker, die dir unendlich viel über die praktische Seite des Wassersports beibringen können. Und selbst die schlechteste Bootsfahrschule kann dir immer noch zeigen, wie man es nicht machen sollte...

Ein klares "Nein!", für die Sportbootführerschein-Vorbereitung; und ein vorsichtiges "Meistens Nein!" für die SKS-Vorbereitung. Die meisten Bootsfahrschulen verfügen weder über gut ausgebildete und didaktisch und methodisch kompetente Ausbilder, noch über die notwendigen Ressourcen (Zeit + Geld), um eine gute Theorie-Ausbildung zu ermöglichen. Deshalb ist ein Theorie-Kurs schlicht verschwendetes Geld & eine Gefahr für deinen Prüfungs-Erfolg.

Auch diese Frage hast du vielleicht schon längst für dich beantwortet. Aus dem Bauch heraus. Ohne den Kopf zu benutzen.

Falls ja, dann ist es eben so; dann können wir auch nichts mehr daran ändern. Falls aber nicht, dann lass uns mal gemeinsam darüber nachdenken:

»Brauche ich eine Bootsfahrschule?«

Gesetze & Vorschriften Es gibt keine Pflicht zum Besuch eines Fahrschul-Kurses...

Räumen wir gleich am Anfang mal mit einem der häufigsten Denk-Fehler auf:

Keine Pflicht Ein Fahrschul-Besuch ist "Kür"; nicht "Pflicht". Es gibt keine Vorschrift oder gesetzliche Vorgabe, dass du eine Fahrschule besuchen musst.

Die Boots-Fahrschulen benutzen diesen Irrtum, dem die meisten Leute unterliegen, gern schamlos aus. Sie verschweigen einfach, dass es - anders als bei Auto-Fahrschulen - keine Pflicht gibt, sie zu nutzen.

Du kannst dich völlig selbständig auf die Prüfungen vorbereiten, dich völlig selbständig zu den Prüfungen anmelden und völlig selbständig die Prüfungen bestehen.

Niemand - wirklich NIEMAND - schreibt dir einen Fahrschul-Besuch vor. Kein Gesetz. Keine Regel. Keine Vorschrift.

Statistik Erhöht ein Fahrschul-Kurs die Chance, die Prüfungen zu bestehen?

Seit 2007 unterhalten wir eine Langzeit-Umfrage, in der wir den Leuten unter anderem diese zwei Fragen stellen:

»Falls du eine Fahrschule besucht hast:
Wie viele deiner Mitschüler (einschließlich dir) haben die Prüfungen im ersten Anlauf bestanden?
«

»Falls du keine Fahrschule besucht hast:
Hast du die Prüfungen im ersten Anlauf bestanden?
«

Das ist keine wissenschaftliche Studie. Sie ist nicht einmal repräsentativ. Aber sie sagt uns mit unmissverständlicher Klarheit:

72% zu 94%
(Stand: September 2015)

Die Chance, die Prüfungen im ersten Anlauf zu bestehen, liegt also für Fahrschul-Teilnehmer bei 72%; für Autodidakten bei 94%.

Hintergrund Oh?! Warum ist das so?

Je kürzer der Kurs, desto besser müssen Ausbildung und Ausbilder sein. Und auch im Wassersport ist "besser" im Regelfall mit »... kostet mindestens ... « verbunden: Gute Trainer kosten Geld. Gutes Ausbildungsmaterial kostet Geld. Das kann die Fahrschule nicht mit "199 Euro" finanzieren.

»Unglaublich! Der Besuch einer Fahrschule soll meine Chancen für die Prüfungen SCHLECHTER machen, als wenn ich allein zu Hause lerne? ... Wie kann das sein?«

Die Antwort auf diese Frage hat 4 wesentliche Gründe:

1. Die Habgier der Teilnehmer

Jeder will nur "das Billigste". Finden die Leute einen Fahrschul-Kurs für 500 Euro, suchen sie so lange weiter, bis sie einen Kurs für 99 Euro finden. ... Und den buchen sie dann, während sie sich ein Loch in den Bauch freuen, was für geschickte Sparer sie doch sind...

Und schnell muss es gehen! Wir alle haben 18, 30 oder noch mehr Jahre auf den Bootsführerschein gewartet. Aber jetzt noch die Geduld aufzubringen, uns in einen 3 oder 6 Monate dauernden Kurs zu setzen, schaffen wir ums Verrecken nicht. Steht erst mal der Gedanke » Boots-Führerschein! Will haben!« stört uns jede Sekunde Verzögerung. Da kommen uns die "3-5-Tage-Kurse" gerade recht...

2. Die Dummheit der Teilnehmer

Sorry, aber man kann es nicht anders nennen. Wer ernsthaft glaubt, man könne in 5 Tagen alles erforderliche zu den Themen "Seemannschaft", "Recht", "Wetter", "Navigation", "Knoten", und ... und ... und ... wirklich lernen, der KANN nur bestenfalls ziemlich naiv sein.

Noch häufiger ist aber völlige Gedankenlosigkeit. Die Leute machen sich GAR KEINE Gedanken, was wohl auf sie zukommt. Und sie hoffen, dass "je kürzer, desto besser" ist. Ganz so, als ob die Prüfungen einfacher würden, nur weil die Kurse kürzer werden.

3. Die Habgier der Fahrschul-Besitzer

Der Markt an Bootsfahrschulen (also "Anbietern für Fahrschul-Kurse") ist völlig überfüllt. Trotzdem finden sich immer wieder neue Leute, die "ihr Hobby zum Beruf machen" wollen.

Wenn es aber zu viele Angler und zu wenige Fische gibt, dann ist die zwingende Folge ein massiver Preiskampf. ... Ab hier: siehe Punkte (1 & 2).

In einem "gesunden Markt" würden die "überzähligen Fahrschulen" einfach schließen. Der Markt ist aber nicht gesund. Und die meisten Fahrschul-Besitzer sind miserable Betriebswirtschaftler. Sie kalkulieren ihre Preise nicht; sie SCHÄTZEN IHRE PREISE. Und sie orientieren sich dabei an der Konkurrenz.

All das - die "wirtschaftliche Dummheit" & ihre Hoffnung, dass "du ihr Hobby bezahlst" - tragen sie auf dem Rücken ihrer Kurs-Teilnehmer aus.

4. Die gesetzliche Situation

Tja, und um all das zu ermöglichen, haben wir eine gesetzliche Lage, die genau das zulässt:

Fahrschulen, die von Leuten gegründet und betrieben werden dürfen, die keinerlei pädagogische Fähigkeiten und Kenntnisse besitzen. Fahrschüler, die glauben, eine Auto-Fahrschule und eine Boots-Fahrschule würden sich nur am Aggregatzustand der "Straße" unterscheiden.

Benutze deinen gesunden Menschenverstand! Die Gesetze und Vorschriften schützen dich nicht vor deiner eigenen Dummheit. Informiere dich umfassend, sei kritisch, frage nach, lass dir Garantien geben ... und vor allem: DENKE NACH!

... Es ist völlig ausgeschlossen, einen "guten Fahrschul-Kurs" zu bekommen, wenn man weniger als 500 Euro in die Hand nehmen und weniger als 6 Monate an Zeit für ein neues Fachgebiet investieren will. Es ist zwar auch mit mehr Geld & Zeit nicht unmöglich, einen miserablen Kurs zu erwischen; aber darunter ist es aus wirtschaftlichen Gründen völlig ausgeschlossen.

Schlussfolgerung Okay, und was sollte ich machen?

Wir können noch eine ganze Weile fortfahren, die Nachteile von Fahrschulen in der Gemengelage "Wassersport-Interessent vs. Wassersport-Fahrschule" auseinanderzunehmen. Und an anderer Stelle machen wir das auch ein bisschen intensiver. Aber hier und jetzt wollen wir uns die Frage stellen:

»Was sollte ich tun? Wie komme ich am saubersten durch diese Nummer?«

Und die Antwort darauf ist bestechend einfach:

  • 1. Meide "Führerschein-Kurse" in Boots-Fahrschulen

    Das betrifft ALLE Führerschein-Kurse, also den für Binnen und See, aber auch die "Zettel-Kurse", also SKS, SRC, LRC, FKN und SKN.

    Und wenn du dich schon in einen Fahrschul-Kurs setzen willst, dann prüfe sehr, sehr gründlich, ob es sich nicht am Ende doch als Geld-Vernichtungs-Maschine herausstellen wird.

  • 2. Nutze Boots-Fahrschulen stattdessen zu Weiterbildungen und für Praxis-Kurse

    Wenn es nicht mehr "um Scheine" geht und der Druck "in kurzer Zeit viel Wissen zu vermitteln", das hinterher geprüft wird, wegfällt, dann können Bootsfahrschulen ausgesprochen nützlich sein.

Praxis-Tipp Tatsächlich sind die meisten Ausbilder in den Fahrschulen sehr gute Praktiker, von denen man viel lernen kann.

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